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Zur Zeit der Entdeckung durch den spanischen Seefahrer Alonso de Ojeda im Jahre 1499 gehörte die Insel noch zum Lebensraum der Arawak, die jedoch von den Spaniern rasch verdrängt wurden. 1634 übernahmen die Holländer das von den Spaniern gegründete Santa Ana und gaben ihm den Namen Willemstad. Im Jahre 1642 wurde Peter Stuyvesant (1610 — 1672) Inselgouverneur. Curacao entwickelte sich zum Stapelplatz für Schmuggelware. Auch in der Zeit des Sklavenhandels spielte die Insel eine wichtige Rolle. Aus dieser Zeit stammt der hohe Anteil der Schwarzen und Mulatten an der Inselbevölkerung. Von 1666 bis ins frühe 19. Jh. versuchten Briten und Franzosen abwechselnd, die Herrschaft über die Insel zu erlangen. Neben Holländern wanderten in der Folgezeit zahlreiche portugiesische Juden zu. 1750 wohnten 2000 Juden auf Curacao. Nach den Pariser Verträgen von 1815 kam die Insel endgültig an Holland. Neben dem Handel wurde die Entwicklung einer Plantagenwirtschaft betrieben, deren wirtschaftliche Bedeutung wegen der relativ ungünstigen natürlichen Voraussetzungen bescheiden blieb. Willemstad konnte sich stattdessen immer mehr zu einem viel besuchten Durchgangshafen entwickeln, dessen günstige Verkehrslage durch die Eröffnung des Panama-Kanals weiter verbessert wurde. In der Bevölkerung hatte sich eine dünne Oberschicht aus Holländern gebildet, welche die Verwaltung und das Hafenwesen in Händen hielt. Den portugiesischen Juden oblag der Handel. Die große Masse der zumeist aus Negern und Mulatten bestehenden Bevölkerung betätigte sich als Hafenarbeiter, Landarbeiter und Strohflechter, ein Erwerbszweig, der noch am Ende des Zweiten Weltkrieges rd. 15 % der Bevölkerung ernährte. Verfallende Herrensitze

im niederländischen Barock erinnern noch an die Zeit des arbeitsaufwendigen und unter Zuhilfenahme künstlicher Bewässerung betriebenen Zuckerrohranbaus, der sich jedoch infolge Grundwasserabsenkung nicht recht entwickeln konnte. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieb allerdings noch ein Großteil der bewässerten 'Hofjes' erhalten, in denen die Bevölkerung Obst und Gemüse für den eigenen Bedarf anbaute. Weltbekannt wurde Curacao durch die Bitterpomeranzenerzeugung für den Curacao-Likör. Die aromatischen Pflanzenschalen gelangten seit 1752 zur Verarbeitung nach Holland. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand auf Curacao eine riesige Raffinerie der Royal Dutch Shell, die zu nächst im nahe gelegenen Maracaibo See-Gebiet gewonnenes Rohöl verarbeitete. Seit 1942 wurde der koloniale Status der Insel im Hinblick auf eine schrittweise zu erfolgende künftige Unabhängigkeit durch Verwaltungsordnungen neu geregelt. Heute ist Curacao mit 12 Abgeordneten im 'Staten' genannten Parlament vertreten, in dem auch die anderen niederländischen Antilleninseln repräsentiert sind. 1959 kam es zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen, die aus einem Streik von Raffineriearbeitern entstanden waren und einen politischen Linksruck zeitigten. Die heutige politische Lage ist gekennzeichnet von der Absicht des Mutterlandes, die Niederländischen Antillen als Gesamtheit unter Führung Curacaos in die Unabhängigkeit zu entlassen. Dem widersetzen sich bis zur Stunde starke Kräfte auf den anderen Inseln, die eine Festigung der wirtschaftlichen und politischen Hegemonie Curacaos befürchten.


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