Bridgetown (Meereshöhe; rund 100 000 Einw. mit Außenbezirken), die geschäftige Inselhauptstadt, ist im Jahre 1628 unter dem Earl of Carlisle gegründet worden. Die bis heute einzige städtische Siedlung im Südwesten der Insel greift mit einförmigen Vororten weit ins Inselinnere. Die Stadtgründung von Bridgetown nahm ihren Anfang am 'Careenage' genannten Mündungstrichter des Constitution River, der schon frühzeitig zum Hafen ausgebaut worden ist. Die Chamberlain Bridge, wahrscheinlich anstelle einer angeblich von Indianern gebauten Vorgängerin konstruiert, gab der Siedlung den Namen. Viele Bauten an dem alten, seit eh und je von zahlreichen Booten belebten Hafen sind in der letzten Zeit renoviert worden und verleihen dem zweigeteilten alten Kern von Bridgetown seinen unverwechselbaren Charakter. Am Nordufer der Careenage ist im Jahre 1874 der Trafalgar Square angelegt worden. Hier steht das Nelson Monument, das 1815, also noch vor der Errichtung des weltbekannten Londoner Denkmals, im Auftrag von Sir Richard Westmacott aufgestellt worden ist. Nahebei 'The Fountain', ein hübscher Brunnen mit einem Bassin aus heimischem Korallenkalk, der im Jahre 1865 zur Erinnerung an den Bau des städtischen Wasserleitungsnetzes errichtet worden ist. Dahinter befindet sich die Treasury, ein modernes Verwaltungsgebäude, von dessen Dach man einen guten Ausblick genießen kann. Am Nordrand des Platzes sind die Public Buildings auf einem 1860 durch eine Feuersbrunst freigewordenen Areal errichtet. Die neugotischen Bauten (\Nestflügel von 1872, Ostflügel von 1874) beherbergen die beiden Häuser des Inselparlaments. Im House of Assembly sind verzierte Glasfenster zu sehen, die Abbildungen etlicher Vertreter des englischen Königshauses zeigen. Recht wertvoll ist der sog. 'Speaker's Chair', den das Inselparlament von Barbados anlässlich der Unabhängigkeitsfeiern des Inselstaates im Jahre 1966 von der indischen Regierung als Geschenk erhalten hat. Vom Trafalgar Square führt die elegante Geschäftsstraße Broad Street westwärts durch das von einigen hübschen kolonialzeitlichen Gebäuden geprägte
Zentrum von Bridgetown. Sie kreuzt die Prince William Henry Street, die nach dem späteren König William (Wilhelm) IV. von England benannt ist, der sich im Jahre 1786 auf Barbados aufgehalten hat. Nördlich die kleine Victoria Street mit zahlreichen imposanten Lädchen und parallel dazu die Swan Street (hübsche Balkone). Weiter nördlich steht die Methodist Church an der James Street. Das Gotteshaus ist im 19. Jh. erbaut worden. Benachbart die Old Town Hall, die heute als Polizeihauptquartier fungiert. Weiterhin die Law Courts (18. Jh.; Gericht) und die Public Library (1905; Bibliothek). Nördlich an der Clapham Street das Harry Bailey Observatory, ein vielbesuchtes Planetarium. Unweit östlich an der Magazine Lane (einst Standort eines Schießpulvermagazins) befindet sich die bekannte Montefiore Library; weiter südlich die Synagogue (17. u. 19. Jh.), die im Jahre 1831 von einem Hurrikan verwüstet worden ist. Sie beherbergt heute ein juristisches Archiv. Am Westende der Broad Street steht die ehrwürdige St. Mary's Church (18. Jh.) inmitten einer Grünanlage. Weiter südwestlich trifft man auf den großen Public Market sowie auf den Fish Market. Diese beiden Märkte sind besonders farbenfroh und umtriebig. Unweit westlich liegt das Pelican Village mit seinen charakteristischen Pyramidendächern auf vor wenigen Jahren aufgeschüttetem Neuland am Princess Alice Highway. In diesem beliebten Einkaufszentrum kann man günstig einheimisches Kunsthandwerk und Souvenirs erwerben. Weiter im Nordwesten erstreckt sich der Tiefwasserhafen Bridgetown Harbour mit seinem ausgedehnten Industriepark. Auch ein großes Zuckerlager und ein Melasse-Terminal gehören dazu. Unweit nördlich befindet sich das Kensington Oval, eine 1882 als Kricketplatz angelegte Grünfläche. Die St. Michael's Row führt vom Trafalgar Square ostwärts zur St. Michael's Cathedral (17. u. 18. Jh.), die 1780 von einem Hurrikan zerstört, dann aber wieder aufgebaut worden ist.
Beachtenswert im Innern der Taufstein und einige Grabmäler. Weiter östlich erstreckt sich der Queen's Park mit mehreren Schulgebäuden, ausgedehnten Sportanlagen und der First Baptist Church (19. Jh.). Einstmals befand sich im Queen's Park die oberste militärische Führung der im westindischen Raum stationierten britischen Truppen. Jenseits des Flusses - am Ostrand des vornehmen Stadtteils Belleville - steht das Government House inmitten einer großzügigen Gartenanlage. Diese heutige Residenz des Staatsoberhauptes ist im 17. Jh. von britischen Einwanderern erbaut worden und war ab 1702 Sitz der englischen Gouverneure. Vom Careenage Inner Basin führt die Bay Street an der Harbour Police Station vorbei südwärts zur St. Patrick's Cathedral (19. Jh.). Diese katholische Bischofskirche ist 1897 durch einen Brand verwüstet und später rekonstruiert worden. Weiter südlich die Bay Street Esplanade sowie einige Regierungsgebäude. An der Ecke Bay Street / Chelsea Road trifft man auf das Washington House. Hier war George Washington im Jahre 1751 mit seinem Genesung suchenden Bruder zu Gast. Dies soll der einzige Auslandsaufenthalt des ersten amerikanischen Präsidenten gewesen sein. Prächtig die Bay Mansion, ein Anfang des 18. Jh. erbautes Herrschaftshaus, mit überaus wertvoller Einrichtung, darunter Gobelins und chinesisches Porzellan. Südlich am Needham's Point gibt es schöne Strände sowie ausgedehnte Freizeit- und Ferienanlagen, darunter auch einige der bekanntesten Hotels und Jachtklubs der Insel. Benachbart ein alter englischer Militärfriedhof. An der Südwestspitze der Insel trifft man auf die Ruinen des Fort Charles (17. / 18. Jh.). Weiter östlich liegt St. Ann's Fort (1702) als Teil eines 1694 begonnenen Festungsbauprogramms. Gut erhalten der Signal Tower (1703) und das 1831 von einem Hurrikan beschädigte Guard House, mit Glockenturm.
Last Minute Special in die Karibik








