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Etwa 65 km südöstlich von New Providence reihen sich die Exumas als Glieder einer schmalen, über 160 km in südöstlicher Richtung verlaufenden Kette von Inselchen und mehreren Hundert zumeist unbewohnten Cays aneinander. Hier hatten einst zahlreiche Piraten ihre Verstecke. Bedeutendste Insel ist Great Exuma im Südosten mit dem Hauptort George Town. Diese Inselflur gilt als eines der schönsten Segelreviere der westlichen Hemisphäre. Sie wird darüber hinaus von Freunden unberührter Natur und traumhaft schöner Strände geschätzt. Great Exuma, die größte Insel der Kette, ist sehr hügelig und als ehemaliger Zufluchtsort für aus den USA gekommene britische Loyalisten, die hier den Baumwollanbau einführten, landwirtschaftlich gut erschlossen. Der Hauptort George Town (1 000 Einw.), aufstrebender Fremdenverkehrsplatz und Austragungsstätte der berühmten Out Island Regatta, liegt mit seinen pastellfarbenen, z.T. noch aus der Kolonialzeit stammenden Bauten und dem betriebsamen Straw Market am Elizabeth Harbour, der als einer der besten Häfen der Bahamas gilt und früher Unterschlupf von Seeräubern war. Vor dem Elizabeth Harbour findet alljährlich Mitte April die Family Island Regatta statt, zu der sich auch prominente Teilnehmer und Besucher aus Nordamerika und Europa einfinden. Das heutige Peace & Plenty Hotel war einst Standort des Sklavenmarktes. Als Landmarke weithin sichtbar ist ein Obelisk. In der Umgebung von George Town sind in den letzten Jahren zahlreiche Ferienunterkünfte sowie Zweit- und Pensionärswohnsitze begüterter

Nordamerikaner entstanden. Östlich vor George Town liegt die kleine Insel Stocking Island. Hierher zieht es vor allem Tauchsportbegeisterte, die sich in der geheimnisumwölkten Mysterious Cave (Höhle) umsehen möchten. Außerdem gibt es hier schöne Badestrände. Unweit südlich von George Town erreicht man das alte Städtchen Rolle Town mit seinen hübschen pastellfarbenen Häuschen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Sehenswert sind die sog. 'Loyalist Tombs', unter ihnen auch ein viel beachtetes Marmorgrabmal, das Lord Rolle, der reichste Landbesitzer von Great Exuma, für seine Frau Ann Kay hat errichten lassen. — In der Umgebung von Rolle Town wird viel Landwirtschaft betrieben. Ganz im Süden von Great Exuma und etwas abseits versteckt sich das Dörflein Hartsville mit einigen markanten Steinbauten aus dem 18. Jahrhundert. Auf dem der Südspitze von Great Exuma vor gelagerten Man-O-War Cay gibt es noch Reste einer alten Festung. An der sagenumwobenen Pretty Molly Bay sowie auf dem nahen Pigeon Cay finden abenteuerlustige Urlauber ausgezeichnete Badestrände. Etwa 7 km nordwestlich von George Town 'hockt' die alte Ortschaft Hermitage auf einem Hügel. Interessant sind hier die großen, 'Brick Tombs' genannten Steingräber. Einige Kilometer nördlich von George Town liegt Gilbert Grant, das besonders malerische Beispiel eines bahamesischen Inseldorfes. Die noch aus der Kolonialzeit stammenden Häuschen sind großenteils noch strohgedeckt und die Felder sind nach englischem Vorbild durch Steinwälle voneinander getrennt.

Im Nordosten von Great Exuma liegt der beschauliche Ort Steventon, einstmals Mittelpunkt des hiesigen Baumwollanbaus. Hier hatte sich Lord Rolle of Steventon niedergelassen, der seine Latifundien seinen 1835 freigelassenen Sklaven schenkte und damit den Anstoß dazu gab, dass viele Familien und ganze Siedlungen seinen Namen annahmen. In der Umgebung von Steventon gibt es noch zahlreiche, aus dem 18. Jh. stammende Bauten (teilweise schon ruiniert), die von einstmals aus den Südstaaten der USA zugewanderten loyalistischen Baumwollpflanzern errichtet worden sind. Der Anderson National Park und der Bahamas National Park sind zwei große Naturschutzgebiete, die von Liebhabern der hier überaus artenreichen tropischen Pflanzen- und Tierwelt sehr gern aufgesucht werden. An der Nordostspitze von Great Exuma liegt die altertümlich wirkende Siedlung Rolleville, in der es ebenfalls noch pastellfarbene Häuschen aus dem 18. Jh. gibt. In der Umgebung des Ortes floriert heute die Landwirtschaft.


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