Die beiden Inseln Antigua und Barbuda sind als Inselstaat im Britischen Commonwealth in die Unabhängigkeit entlassen worden. Da sie bis dahin eine unterschiedliche Entwicklung genommen haben, werden sie im folgenden getrennt abgehandelt. Staatsoberhaupt ist die britische Königin, vertreten durch einen Governor General. Das Parlament besteht aus einem Senat, dem 17 gewählte Mitglieder angehören und einem Repräsentantenhaus, dem 17 gewählte Abgeordnete angehören. Das dem Parlament verantwortliche Kabinett wird von einem Premierminister geleitet. Direktverbindungen mit Miami und New York (beide USA), Toronto (Kanada), London (Großbritannien) und Frankfurt am Main (Bundesrepublik Deutschland). Gute innerkaribische Anschlüsse. Einige der im karibischen Raum verkehrenden Kreuzfahrtschiffe halten sich regelmäßig in St. John's auf. Gelegentlich Fähr- und Frachtboote zu den Nachbarinseln. Die Insel Antigua ist wegen ihrer zahlreichen unvergleichlich schönen Badestrände eine der von Erholungssuchenden am meisten geschätzten im Bereich der Kleinen Antillen. Zum illustren Kreis der Feriengäste gehören auch Weltstars des Unterhaltungsgewerbes wie Liza Minelli, Roger Moore und Joan Collins, aber auch Tennis-Königin Martina Nawratilowa. Die Insel liegt bei 61' 45' westlicher Länge und 17°5' nördlicher Breite und ist mit rund 80 000 Bewohnern das Zentrum des seit 1981 unabhängigen Staates Antigua & Barbuda. Durch den nahezu unbezwingbaren Flottenstützpunkt English Harbour, von dem aus Lord Nelson operierte, wurde Antigua zum Hort des englischen Kolonialismus im karibischen Raum.
Die von Korallenriffen umgebene Insel ist zum überwiegenden Teil aus Kalken aufgebaut, die um eine zentrale Ebene ein hügeliges Relief formen. Nur im Südwesten sind Spuren eines sehr alten Vulkanismus nachweisbar. Hier befindet sich der höchste Punkt der Insel (405 m). Einschnitte, Naturhäfen und Buchten, fast alle mit herrlichen Sandstränden ausgestattet, zergliedern die Küstenlinie und bieten hervorragende Voraussetzungen für Wassersport aller Art und natürlich auch für die Anlage luxuriöser Hotels. Die ursprüngliche Vegetation der semi-ariden Insel - die Durchschnittstemperaturen schwanken im Verlauf eines Jahres zwischen 22° und 30° C - wurde in den vergangenen 300 Jahren durch den Zuckerrohranbau stark zurückgedrängt, der seinerseits infolge immer häufiger werdender Dürren inzwischen fast zum Erliegen gekommen ist. Der Zuckerrohranbau beherrschte früher die zentrale Ebene sowie das anschließende Hügelland. Heute sind weite Teile der Insel von Sekundärwald bestanden oder dienen als Weideflächen. Mittlerweile wird versucht, das an sich recht fruchtbare Eiland durch die Anlage von Wasserrückhaltebecken für die Landwirtschaft wieder etwas attraktiver zu machen. Kolumbus entdeckte die Insel im Jahre 1493 und benannte sie nach der Kirche Santa Maria la Antigua in Sevilla. Vor der 1632 von St. Christopher aus eingeleiteten Kolonisierung durch die Engländer versuchten sowohl Spanier wie auch Franzosen, die Insel für sich zu gewinnen. 1629 landete Belain d'Esnambuc, ein Kämpfer für die Sache Frankreichs, auf Antigua. Mit Ausnahme einer kurzzeitigen französischen Besetzung im Jahr 1666, die durch den 1667 vereinbarten Vertrag von Breda beendet worden ist, blieb die Insel bis 1967 in britischer Hand. Bereits im Jahre 1674 hatte Sir Christopher Codrington begonnen, mit Hilfe eines ganzen Heeres von Sklaven die Insel für den Zuckerrohranbau urbar zu machen. Im 17. und 18. Jh. wurde Antigua stark befestigt. Mit dem English Harbour entstand einer der bedeutendsten englischen Flottenstützpunkte.
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