Traumstrände weltweit
Die lang gestreckte flache Kalkinsel Anguilla liegt bei 18° 12' nördlicher Breite, sowie 63' 5' westlicher Länge und ist eine Erhebung der sich nur 55 m unter dem Meeresspiegel ausdehnenden Anguilla-Bank. Lagunen und schöne Strände kennzeichnen den schmaleren Westteil der niederschlagsarmen und deshalb nur von schütterem Trockenwald bedeckten Insel. Verkarstete Hügel und Hohlformen prägen den breiteren Ostteil. Nach der Entdeckung durch die Spanier gegen Ende des 15. Jh.s tauchte erstmals der Inselname Anguila (span. 'Aal') auf. Die erste nennenswerte Siedlung gründeten jedoch erst englische Einwanderer im 17. Jahrhundert. 1698 kamen irische Katholiken auf die Insel. Ende des 18. Jh.s war die Insel vorübergehend französisch, 1871 — 1956 Teil des Verwaltungsraumes 'British Leeward Islands' und gehörte 1958 — 1962 zur Westindischen Föderation. 1967 sollte Anguilla zusammen mit den Inseln St. Christopher (St. Kitts) und Nevis einen Großbritannien assoziierten Staat bilden, wogegen sich allerdings die Inselbevölkerung auflehnte und stattdessen die Unabhängigkeit Anguillas proklamierte. Britische Truppen intervenierten daraufhin. Im Jahr 1971 hat man eine von Großbritannien beaufsichtigte Verwaltungseinheit Anguilla geschaffen, die 1976 innere Autonomie erhielt.
Seit 1980 ist Anguilla ein sog. 'British Dependent Territory' mit weitgehender Selbstverwaltung. Auf Anguilla leben überwiegend Neger und Mulatten, Nachkommen afrikanischer Sklaven und zum geringeren Teil Weiße europäischer Abstammung. Sie gehören neun verschiedenen, meist protestantischen Religionsgemeinschaften an. Aufgrund unzureichender natürlicher Voraussetzungen besonders für die Landwirtschaft mussten bis in die jüngste Vergangenheit zahlreiche Bewohner im Ausland Arbeit suchen. Ihre Geldüberweisungen an Angehörige auf der Insel sind ein wichtiger ökonomischer Faktor. Dank ihrer Lage in einer der fischreichsten Zonen des karibischen Raumes konnte sich die Fischerei gut entwickeln.
Große Bedeutung hat dabei der Export von Langusten in die Fremdenverkehrszentren der Nachbarinseln. Ebenfalls exportorientiert ist die Gewinnung von Meersalz für die petrochemische Industrie auf Trinidad. Die Entwicklung des Tourismus wird mit äußerster Sorgfalt betrieben, um negative Folgeerscheinungen zu vermeiden. Hauptort der Insel Anguilla ist The Valley nahe der von Fischern geschätzten Crocus Bay, wo früher einmal die Franzosen landeten. Im Wallblake House ist eine Ausstellung bemerkenswert, die Einblicke in die Geschichte der Insel vermittelt. Südlich außerhalb der kleine Inselflugplatz. 6 km nordöstlich von The Valley liegt die Shoal Bay mit einem sehr schönen Unterwassergarten. 3 km weiter östlich das geschützte Fischerdorf Island Harbour, das im Osten vom aussichtsreichen Navigation Hill (46 m) überragt wird. Der Ort ist Ausgangspunkt für Erkundungen der nordöstlichen Inselspitze mit der Goat Cave sowie der nordöstlich vor gelagerten, von Buschwerk bestandenen Inseln Scrub Island und Little Scrub Island mit ihren zerklüfteten Korallenfelsen.
Von Harbour Island südwärts, vorbei an der Savannah Bay nach Sandy Hill an der gleichnamigen Bucht. Hier ist die Ruine des Old Fort beachtenswert. 6 km weiter westlich, vorbei am Long Salt Pond, die Forest Bay, deren Riffe gerne von Tauchern aufgesucht werden. 6 km westlich von The Valley der beschauliche Ort Sandy Ground Village auf einer schmalen Landbrücke zwischen der Road Bay und dem Road Salt Pond (Salzgewinnung). Das Dorf wird vom schroffen North Hill (62 m) beherrscht. Weiter westlich die von Kokospalmen bestandene Cove Bay sowie die Buchten Maunday's Bay, Shoal Bay und Sherrick's Bay. Allesamt sind landeinwärts von Strandseen begrenzt, die z.T. als Salzgewinnungsanlagen genutzt werden. An der Nordküste des westlichen Inselteils bei Long Bay Village und West End Village eindrucksvolle Kliffs. Besonders lohnend sind für Freunde weitgehend unberührter Natur Bootsausflüge zu der kleinen Insel Anguillita vor dem Westende von
Anguilla sowie nach Sandy Island und zu den Prickly Pear Cays nordwestlich vor Anguilla. Etwa 16 km nordwestlich von Anguilla liegt Dog Island, eine in Privathand befindliche, interessante Insel, deren Umwandlung in militärisches Übungsgelände die US-Marine vor einigen Jahren anstrebte. Etwa 55 km nordwestlich von Anguilla guckt die flache Kalkinsel Sombrero aus dem Meer. Das etwas abgelegene Eiland bewacht mit seinem Leuchtturm den Eingang der Anegada-Passage, jener viel befahrenen Schifffahrtsstraße. An der Südküste liegt Blowing Point Harbour, ein kleiner Fährhafen, in dem die Schiffe nach St-Martin / St. Maarten ablegen. Westlich abseits die malerische halbmondförmige Rendezvous Bay, beliebt bei Sonnenanbetern und Muschelsammlern.
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