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Der Freistaat Sachsen ist der südlichste Bundesstaat der neuen Bundesländer. Er reicht vom Vogtland an der der Grenze zu Thüringen und Bayern über die Regionen West- und Mittelsachsen, Westerzgebirge und Erzgebirge, Sächsisches Bergland und Sächsische Schweiz bis zur Oberlausitz-Niederschlesien im Osten mit dem Grenzfluß Neiße. Durch die Belehung des Hauses Wettin 1089 mit der Mark Meißen kam es zur ununterbrochenen Herrschaftsfolge der Wettiner bis 1918. Seit 1423 trägt der meißnerische Besitz der Wettiner den Namen Sachsen. 1806 wurde den Wettinern durch Napoleon die Königswürde verliehen, 1918 entstand nach der Novemberrevolution der Freistaat Sachsen. Dieser wurde durch die Verwaltungsreform der DDR in die Bezirke Leipzig, Dresden und Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) aufgeteilt, jedoch 1990 wiedererstellt. Das Vogtland ist eine Kuppenlandschaft mit Bergen zwischen 300 m und 935 m (Aschberg). Zahlreiche Burgen (u.a die Burg Mylau aus dem 12. Jh.) an und in der Umgebung der Weißen Elster, die Windmühle von Syrau und die traditionellen Kurorte Bad Elster und Bad Brambach laden zum Besuch ein. Weltberühmt sind die feinen Plauener Spitzen und der "Musikwinkel" im Raum Klingenthal (Harmonikaherstellung) und Markneukirchen (Geigenbau). Zwickau ist die Hauptstadt der Region Westsachsen. Berühmtester Sohn der Stadt ist Robert Schumann. Hier hat die Automobilherstellung eine lange Tradtion vom Horch und Audi bis zum Trabbi. An der Grenze zu Sachsen-Anhalt liegt die bekannte Messestadt Leipzig. Mittelsachsen ist das Land der Buchenwälder. Wo sich ein kleiner Berg oder eine Felskuppe erhebt, ist meist ein Schloß oder eine Burg der krönende Abschluß. Hauptort der Region und größte Stadt des Freistaats ist Leipzig: Älteste Messestadt der Welt, Alte Börse am Naschmarkt, Barthels Hof, Königshaus, Gewandhausorchester, Thomanerchor.

Mit der Stiftung des Klosters Klösterlein durch Kaiser Barbarossa 1173 begann die Besiedlung des Westerzgebirges, der Aue seine Entstehung verdankt. Der Name Erzgebirge weist schon auf darauf hin, seit dem frühen Mittelalter wurde hier Silber, Zinn und Eisen abgebaut, später Kobalt und Kaolin (Porzellanherstellung). Bekannteste Bergwerksstädte sind AnnabergBucholz (Annaberg ist Geburtsort des Rechenmeisters Adam Riese) und Schneeberg. Oberwiesenthal, 914 m über dem Meeresspiegel, am Fuß des Fichtelberges (1214 m) hat sich einen Namen als Wintersportort gemacht und galt früher als das "Sächsische St. Moritz". Elblandschaft südlich von Dresden - Blick von der Bastei Im Erzgebirge wurden in der ersten freien Bergstadt (jedermann konnte gegen eine Gebühr frei Erz abbauen) Freiberg schon 1168 die ersten Silberfunde gemacht. Hier befindet sich auch die älteste bergbautechnische Hochschule der Welt, die Bergakademie Freiberg. Lehr- und Schaubergwerke führen den Besucher in ein unterirdisches Labyrinth. Im Osten des Erzgebirges hat das Kunsthandwerk eine lange Tradition. Spielzeuge, Krippen und Nußknacker sind weltberühmt. Hauptort der Region Erzgebirge ist Chemnitz (35 Jahre auch Karl-Marx-Stadt genannt) mit seiner Textilindustrie (Sächsisches Manchester). Berühmtester Sohn der Stadt ist der Maler Schmidt-Rottluff. Dresden ist die Hauptstadt des Freistaats und Hauptstadt der Region Sächsisches Elbland. Perle des Barock, Elbflorenz, Dichter und Maler haben die Stadt geliebt und gelobt. Die Superlative: Dresdner Zwinger, Semper-Oper, Hofkirche, Brühlsche Terrasse.

Flußabwärts liegt die Porzellanstadt Meißen. Hier hat Johann Friedrich Böttger für seinen Landesherrn August dem Starken, für Europa das Geheimnis der Porzellanherstellung neu entdeckt (in China war es schon lange bekannt.). Das kleinste Weinbaugebiet Deutschlands findet sich an den Südhängen der Elbe: Klein aber fein! Die wohl bekannteste Region Sachsens ist die Sächsische Schweiz (Naturschutzgebiet). Hier schlängelt sich die Elbe durch das Elbsandsteingebirge. Senkrechte Felswände, bizarre Felsnadeln und tiefe Schluchten prägen das Bild. Nicht nur die Kletterer erfreuen sich an über 1000 Klettertürmen. Die Hauptattraktion ist die Bastei, eine 77 m lange steinerne Brücke hoch über der Elbe. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind: Festung Königstein (im 12. Jh. für die Könige von Böhmen errichtet), Burg Hohenstein (Raubrittergeschlecht der Berkas), Schloß Kuckuckstein und der Barockgarten Großsedlitz.

Oberlausitz/Niederschlesien ist die Region mit der größten Vielfalt. Weite unberührte Heide- und Seenlandschaften wechseln mit herrlichen Wäldern und schroffen Gebirgszügen (Zittauer Gebirge). Weite Teile sind Naturschutzgebiet. In der Oberlausitz sind die Ortsschilder zweisprachig, denn hier ist auch das slawische Volk der Sorben seit Jahrhunderten zuhause. Bautzen ist eine der ältesten Siedlungen Europas. Wegen seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt (Basteien, Bürgerhäuser, winklige Gassen, Befestigungsanlagen, Schiefer Turm) wird es als sächsisches Rothenburg verehrt. Einen Besuch lohnt das Freilichtmuseum von Kleinwelka mit seinen 70 detailgetreuen Nachbildungen urzeitlicher Reptilien, so der 15 m hohe Brachiosaurus.