Die Republik Kap Verde (auch Kapverden genannt) liegt im Atlantik 450 km westlich von Afrika, auf der geografischen Höhe von Dakar in Senegal. Der Name ist portugiesisch und bedeutet "Grünes Kap". Die Inseln erhielten ihren Namen vom gleichnamigen Kap, das nördlich von Dakar liegt. Die Republik besteht aus den 10 Inseln Santo Antao, Sao Vicente, Santa Luzia, Sao Nicolau, Sal, Boavista (alle nördl. gelegen), Brava, Fogo, Santiago und Maio (alle südl. gelegen), sowie den Kleinstinseln Branco und Razo (zwischen Santa Luzia und Sao Nicolau) und den 3 Inseln Ilhaus Secos ou do Rombo (nördlich von Brava). Die Inseln sind bergig mit aktiven Vulkanen und zahlreichen Talern, sie sind großteils vegetationslos, Sal, Boavista und Maio sogar wüstenhaft. Zwischen Bananenfeldern liegen in den Talern Dörfer mit teilweise bunt bemalten Hausern, umrahmt von Palmen, die Küstenabschnitte wechseln zwischen steilen Felsküsten und großen Buchten mit Sandstranden. Kennzeichnend für die Inseln sind die tief einschneidenden, großenteils trockenen Flußtaler, Caldeiras genannt. Die Inseln wurden 1460 vom italienischen Seefahrer Aloisio Cadamosto entdeckt, der im Auftrag des portugiesischen Prinzen Heinrich dem Seefahrer unterwegs war. Von 1587 an waren sie portugiesische Kolonie, seit 1975 sind sie selbstandig. Die Kapverden gehören zu den westlichen Auslaufern der
Sahelzone und sind trocken, mit z.T. lang anhaltenden Dürreperioden. Regen fallt sparlich, 120 mm auf den nördlichen und 300 mm auf den südlichen Inseln. Das wenige Wasser rauscht in Bachen sofort ins Meer und kann vom Erdboden nicht aufgenommen werden. Die Durchschnittstemperaturen liegen im Januar bei 22°, im Juli bei 25°. Die Temperaturen sind angenehm durch den standig blasenden Passatwind aus Nordost, unangenehm ist der heiße Wüstenwind Harmattan, der Wüstenstaub aus der Sahara über die Inseln schüttet. Hauptexportprodukt der armen Inseln sind Bananen und Thunfisch in Dosen. Die Auslandshilfe entspricht 70% des Bruttosozialprodukts. Durch Goldfunde am Rio D'Ouro und durch Sklavenhandel waren die Kapverden allerdings in vergangener Zeit reichste Kolonie Portugals. Zeugen dieser Zeit sind die machtigen Kolonialbauten und Kirchen. Fast alle Inselbewohner sind Katholiken. Amtssprache ist Portugiesisch, Umgangssprache ist Crioulo, eine Mischsprache aus portugiesischen und afrikanischen Sprachelementen. 70% der Bevölkerung sind Mischlinge, 30% Schwarze. Die Inseln sind touristisch wenig erschlossen, sie sind noch sehr ursprünglich, wegen der Armut sind zahlreiche Gebaude in schlechtem Zustand, Besucher werden freundlich empfangen. Internationale Flugverbindungen bestehen nach Praia auf Santiago und nach Sal. Der Inlandsflugverkehr zwischen den Inseln wird von der kapverdischen Fluggesellschaft Transportes Aereos de Cabo Verde unternommen. Fahrplanmaßiger Fahrverkehr (nur Personenverkehr) besteht zwischen Mindelo (Porto Grande) auf Sao Vicente und Porto Novo auf Santo Antao, zwischen Porto da Furna auf Brava und Sao Filipe auf Fogo und Praia auf Santiago, sowie zwischen Porto Grande (Sao Vicente), Tarrafal (Sao Nicolau), Palmeira (Sal), Praia (Santiago) und Sal Rei (Boavista).
Santiago (991 qkm)
Santiago ist die Hauptinsel mit der Hauptstadt Praia (Flughafen) an der Südküste. Heruntergekommen und doch sehenswert ist die Altstadt. Einen Besuch lohnen die Fischerorte Cidade Velha mit der alles überragenden Kathedrale am Ribeira Grande (einem Bach, der auch im Sommer Wasser führt), Porto Rincao, das einsame Ribeira da Barca und das Bergdorf Picos auf einem Felsensattel zu Füßen bizarrer, grünbemooster Felsnadeln und des höchsten Inselberges, des Pico do Antonio (1394 m) gelegen. Vor der alten Hauptstadt Cidade Velha lag die "Sklavenbucht". Hier ankerten die Schiffe, die die Sklaven übernahmen, hier machten auch berühmte Weltumsegler Halt, um Wasser und Lebensmittel zu bunkern, James Cook, Vasco da Gama und Alexander von Humboldt.
Fogo (476 qkm)
Fogo liegt westlich von Santiago. Schwarze Aschenberge geben den Anschein von Unbewohnbarkeit, doch die tief einschneidenden Taler (Ribeiras) sind sehr fruchtbar mit tropischer Vegetation, die Hügel sind von gelb-grünem Gras bedeckt. Höchster Berg ist der aktive Vulkan Pico de Fogo (2829 m), der mit seiner regelmaßigen Kegelform die Insel überragt. Hauptort ist Sao Filipe (Flughafen) an der Westküste. In der Altstadt stehen die pastellfarbenen Hauser aus dem letzten Jh. rund um die Kirche. Staubige Straßen führen durch schwarze Steinwüsten, mittendrin liegen einsame Dörfer. An den Hangen der Monte Velha wird Wein angebaut. Sehenswerte Orte sind Mosteiros an der Nordküste (Ausweichflughafen) mit Bougainvillea-überwucherten Hausern.
Brava (64 qkm)
Die westlichste Insel der Südgruppe ist eine hügelige und grüne Insel mit schönen Sandstranden. Die Hauser des Hauptortes Vila Nova Sintra liegen weit verstreut auf einer Hochflache im Norden der fruchtbarsten Insel der Kapverden, zu jedem Haus gehört ein großer Garten. Diese blühenden Garten haben Brava auch den Beinamen der "Blumeninsel" gebracht. Auf Terrassen sind Bananenplantagen angelegt, überragt von zahllosen Palmen. Größtes Gut sind die Wasserreserven der Quelle "Faja d 'Agua", die zur Versorgung der ganzen Insel reichen. Außerdem gibt es auch Heilquellen mit Mineralwasser wie "Vinagre". Vila Nova Sintra liegt zu Füßen des größtes Berges, dem Fontainhas (976 m). Die "Neue Stadt" erhielt ihren Namen nach der Blumenstadt Sintra nördlich von Lissabon. Sehenswert sind die Quellenstadt Faja d'Agua (Flugplatz), der Fahrhafen Porto da Furna mit der Fischersiedlung und die Bergdörfer Cova Joana und Lima Doce. Nördlich von Brava liegen die unbewohnten Felseninseln mit schönen Sandstranden Ilhaus secos ou do Bomb: Ilhau Grande, Ilhau Luis Carneiro und Ilhau da Cima.
______________________________________________________________________________________________________________
Maio (269 qkm)
Maio ist die östlichste Insel der Südgruppe. Die Ostküste ist stark gegliedert mit Steilküste und Klippen, die West- und Nordküste flacher mit Sandstranden. Auf den wenigen fruchtbaren Ebenen weiden Schafe, durch Aufforstung wird versucht, den Anteil fruchtbaren Bodens zu vermehren. Maio liegt am Rande der Sahelzone und ist von Dürrekatastrophen betroffen. Hauptort mit Flughafen und Fahranleger ist Vila do Maio an der Südküste. An den Stranden haben sich Lagunen mit Salzseen gebildet, doch die kommerzielle Nutzung der Salinen ist bislang ausgeblieben. Bademöglichkeiten bieten zahlreiche Strande, der schönste ist der Strand Ribeira Don Joao an der Südküste. In touristischer Hinsicht liegt Maio im Abseits.
Boavista (620 qkm)
Boavista ist die östliche Insel, sie liegt zwischen der Nord- und der Südgruppe. Ein großer Teil der Wüsteninsel ist von Sand und Dünen bedeckt. Der Gefahr von Wanderdünen versucht man durch Anpflanzung von Tamariskenwaldern Herr zu werden. Dazwischen liegen fruchtbare Taler mit Maisfeldern und überall wachsen Palmen. Hauptort ist Sal Rei mit der für den Ort riesigen Kirche Sao Isabel (19. Jh.) Sehenswert ist das Campo da Serra, ein 15 km großer Krater mit einer faszinierenden Mondlandschaft. Der höchste Berg, der Monte Estancia (387 m) liegt im Süden. Im Südwesten liegt der 34 km lange Traumstrand von Santa Mönica, der mit dem Strand Praia da Chave bei Sal Rei die schönsten Strande der Kapverden bietet. Konstant kraftiger Wind bei kleiner Welle machen die Küsten der Insel zu idealen Surfrevieren. Sehenswürdigkeiten sind die Windmühlen von Norte und die Keramikfabrik am Praia da Chave. In der Bucht von Sal Rei liegt die Schildkröteninsel Ilhau de Sal Rei, ein Taucherparadies. Sal (216 qkm)
Sal, die östlichste Insel der Nordgruppe, ist die Urlaubsinsel par excellence. Kilometerlange Strande mit Dünen und Brandung bietet das Urlaubsparadies. Rund um die Insel befinden sich Strande, die schönsten liegen in der Bucht von Santa Maria, im Süden der Insel, der Hochburg des Tourismus, und beim Fischerort Pedra Lume. Sal ist touristisch gut erschlossen, es bietet ideale Bedingungen für Surfer, Taucher, Segler und Hochsee-Angler. Zahlreiche Salinen gaben der Insel ihren Namen, Sal - Salz. Hauptort ist Espargos (Flughafen) in der' Inselmitte, Haupthafen ist Palmeira an der Westküste.
Sao Nicolau (349 qkm)
Sao Nicolau bietet eine Vulkanlandschaft mit bizarren Felsnadeln und großen, grünen Talern mit hübsch gelegenen Dörfer. Hauptort ist Ribeira Brava, inmitten der Insel gelegen. Der Flughafen liegt südöstlich auf dem Campo de Preguiga. An der Westküste liegt der Fischerort und Fahrhafen Tarrafal mit herrlich weißen Sandstranden und guten Fischlokalen. Wichtigster Arbeitgeber ist die Thunfischfabrik. Der höchste Berg ist der Monte Gordo (1312 m), dessen Gipfel meist in Wolken verschwunden ist. Die Insel hat nur wenige und kleine Strande, sie ist ideales Wanderrevier zu den Dörfern Ribeira Prata und Praia Branca.
Santa Luzia (35 qkm, unbewohnt)
Westlich von Sao Nicolau liegt die unbewohnte Insel Santa Luzia. Sie ist bergig und kahl. Schöne Strande mit bis zu 35 m hohen Dünen befinden sich an der Südküste. Südöstlich von Santa Luzia liegen die beiden unbewohnten und kleinen Inseln Branco und Razo, Branco der steile Fels im Meer mit Höhlen, Razo eine flache Insel mit Steilküsten. Razo ist ein Vogelparadies.
Sao Vicente (227 qkm)
Die trockene Insel mit verbranntem Boden bietet schroffe Bergrücken und breite Trockentaler. Mit Windradern versucht man, den Boden zu bewassern, um Mais und Bohnen anzupflanzen. Hauptort und Fahrhafen ist Mindelo, an einer traumhaften Bucht gelegen mit dem Hafen Porto Grande, die als Krater auf der einen Seite im Meer versunken ist, auf der anderen Seite mit Bergen die Bucht in weitem Bogen schützt. Mindelo war seit Beginn der Seefahrt wichtiger Zwischenstopp auf dem Weg nach Süden. Sehenswert sind die Burg aus dem 18. Jh. und die alten Wohnviertel mit den Kolonialhausern. Der Inselflughafen liegt im Südwesten bei Sao Pedro (wellenlose Sandstrande, ideal für Schwimmer, Surfer und Schnorchler). Interessant ist der Fischerort Baia das Gatas mit seiner Freilichtbühne (Musikfestivals). Höchster Berg ist der Monte Verde (750 m), der grünbewachsene Berg. Calhau an der Ostküste hat sich zum Feriendomizil der Inselbewohner entwickelt. Santo Antao (779 qkm)
Santo Antao ist die westlichste Insel der Nordgruppe. Sie ist nicht so trocken wie die Nachbarinseln und und hat auf Terrassen angelegte Maisfelder. Daneben werden Maniok und Erbsen geerntet. Santo Antao bietet eine faszinierende Hochgebirgslandschaft mit bizarren Felsspitzen und weiten Talern. An den Berghangen liegen vereinzelt Dörfer. Die Inselhauptstadt ist Ribeira Grande an der Nordküste. Der Flugplatz Ponta do Sol liegt nordwestlich, größte Hafenstadt ist Porto Novo an der Südostküste. Die Insel ist ideal zum Wandern, besonders in der Berggegend des Südwestens, wo der höchste Berg, Tope de Coroa (1979 m), alles überragt. Der Berg Faja Rotella bei Ribeira Grande hat sich zum Drachenflieger-Geheimtip entwickelt.
Lastminute Reisen nach Afrika | Kapverden Top Hotels









